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EU-Chemikalienpolitik |
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Verbesserungen von Umwelt- und Verbraucherschutz oder Massengrab für Millionen VersuchstiereDie meisten Chemikalien, die heute verwendet werden, wurden vor 1981 auf den Markt gebracht, als es in der EU noch keine gesetzlichen Regelungen für das Inverkehrbringen gefährlicher Substanzen gab. Wie viele dieser Stoffe (so genannte Altchemikalien) heute genau in Gebrauch sind, ist unbekannt. Für die meisten dieser Altchemikalien liegen keine Informationen darüber vor, ob oder wie giftig sie sind.
Zur Lösung dieses Problems beschloss die EU-Kommission Ende der 90er Jahre, die europäischen Chemikaliengesetze vollständig zu überarbeiten und in den nächsten 20 Jahren verstärkt Altchemikalien u.a. in Tierversuchen nachtesten zu lassen. Nach einer offiziellen Schätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin könnten dafür rund 45 Millionen Versuchstiere "verbraucht" werden.
Die Akademie für Tierschutz erarbeitete sofort nach Bekanntwerden der EU-Pläne eine Strategie, wie die Gefährlichkeit oder Unbedenklichkeit von Chemikalien ohne Tierversuche ermittelt werden kann. In Expertengesprächen, bei Kongressen, in Veröffentlichungen und natürlich auch persönlichen Gesprächen mit Politikern und Wissenschaftlern leisteten wir immer wieder Überzeugungsarbeit.
Am 1. Juni 2007 ist die neue EU-Chemikalienverordnung in Kraft getreten. Im Juni 2008 hat die Europäische Chemikalienagentur ihre Arbeit aufgenommen und die Registrierung der Chemikalien hat begonnen. In den nächsten Jahren werden dann Expertengremien die Informationen auswerten und entscheiden, ob noch neue Tierversuchsdaten benötigt werden.
Durch die intensive Lobbyarbeit der Tierschützer ist es gelungen, einige Forderungen, die zur Vermeidung von Tierversuchen führen werden, in der Verodnung zu verankern. So müssen die Hersteller von Chemikalien gemeinsam ihre Tierversuchsdaten nutzen oder Chemikalien, die in geringen Mengen produziert werden, müssen mit tierversuchsfreien Verfahren getestet werden. Erfreulich ist auch die Maßgabe, dass die Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden gefördert werden muss.
Trotzdem bleibt die Gefahr, dass die neue Chemikalienpolitik zu einem Massengrab für Versuchstiere wird. Wir werden daher die Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung ganz genau verfolgen und dafür Sorge tragen, dass Tierversuche wo immer möglich vermieden werden.
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