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Tierversuche

Tierversuchslaboratorien

 
 

Unter Verwendung von Unsummen an Steuergeldern werden immer wieder neue Tierversuchsanlagen gebaut, unter anderem mit der Begründung, auf diese Weise noch mehr und noch bessere Arzneimittel und Therapien zur Behandlung menschlicher Krankheiten entwickeln oder Risiken von Chemikalien vorhersagen zu können.
 
Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein Umdenken in Richtung einer zukunftsweisenden, tierversuchsfreien Forschung im Interesse von Mensch, Tier und Umwelt. Es gibt längst andere, bessere Forschungsmethoden als den Tierversuch. Die gezielte Entwicklung alternativer Verfahren muss gefördert und die behördliche Anerkennung bereits vorhandener Methoden durchgesetzt werden. Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar und die Übertragbarkeit auf den Menschen ist unzuverlässig, wie nicht zuletzt die immer wieder auftretenden Arzneimittelkatastrophen und Vergleichsstudien zwischen Tierversuch und entsprechender tierversuchsfreier Methode beweisen.

Der Bau von Tierversuchsanlagen und die Forschung am Tier dürfen nicht weiter gefördert werden. Stattdessen sollten erheblich mehr Gelder als bisher für die gezielte Förderung der Entwicklung und Anwendung tierversuchfreier Methoden eingesetzt werden.
 
Wir erleben während der letzten Jahre wieder einen erschreckenden Anstieg der Tierversuchszahlen. Hierfür trägt die Boombranche Gentechnik eine Hauptverantwortung. Diese hat ja bekanntlich im Manipulieren des Erbguts von Tieren ein neues Betätigungsfeld entdeckt und weist einen enormen „Tierverbrauch" auf. Die alten Tierversuchsanlagen erfüllen oft nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards für gentechnische Arbeiten oder bieten schlichtweg nicht genügend Platz für die Vielzahl verwendeter Tiere, so dass Anlagen modernisiert und ausgebaut oder neu geschaffen werden.

So wurden in den letzten Jahren beispielsweise neue tierexperimentelle Zentren in Würzburg, Erlangen, Freiburg, Mainz und Bielefeld geplant bzw. gebaut. Damit sollen unter anderem Tierhaltungen und Forschungseinrichtungen, die bisher auf verschiedene Institute verteilt sind, zentral zusammengefasst werden. Von den Befürwortern solcher Vorhaben wird dies oft damit begründet, dass damit die Haltung der Versuchstiere verbessert wird – ein Scheinargument. Im Einzelfall können neue moderne Tierhaltungen zwar auch erhöhten Tierschutzstandards Rechnung tragen – z.B. durch größere Käfige mit Beschäftigungsmöglichkeiten. Doch dies ist bestenfalls ein Randaspekt.

In erster Linie wird mit derartigen neuen Zentren die Basis der tierexperimentellen Forschung gefestigt, obwohl zunehmend die Notwendigkeit erkannt wird, sich von dem veralteten und unzuverlässigen „System Tierversuch“ abzuwenden und stattdessen durchdachten, innovativen tierversuchsfreien Verfahren den Vorrang zu geben. Dies verdeutlicht ein Zahlenbeispiel: Allein die Errichtung des neuen tierexperimentellen Zentrums in Erlangen soll 25 Millionen €, das in Mainz laut Presseberichten sogar 29 Millionen € verschlingen. Hingegen beträgt die Gesamtfördersumme für Alternativmethoden in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr etwa 2,8 Millionen €.


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