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Tierversuche

Auftragsforschung: Beispiel Münster

 
 

Verdeckt aufgenommene Videoszenen aus dem Industrie-Auftragslabor Covance dokumentieren Ausschnitte aus dem leidvollen Laboralltag der Versuchsaffen. Nicht nur dass diese Tiere über Monate hinweg in qualvollen Giftigkeits- und Wirksamkeitstests leiden mussten, wenn an ihnen neue Substanzen ausprobiert wurden.  Die Aufnahmen belegen zudem, wie grob die Tiere behandelt wurden, dass ihnen die Arme verdreht und sie beschimpft und verunglimpft wurden. In kleinen ungepolsterten Käfigen wachten sie ohne Betreuung aus der Narkose auf, schlugen mit dem Kopf ungebremst auf den Boden. Nach anfänglichem Aufruhr, ausgelöst durch die Ausstrahlung dieser Szenen im Dezember 2003 im ZDF, haben die Gerichte inzwischen alle Verbesserungsvorschläge zugunsten des Tierschutzes abgeschmettert. Alle Szenen sollen lediglich den Routineablauf in einem ganz normalen Versuchslabor widerspiegeln. „Alles legal!“ werden die Verantwortlichen nicht müde zu beteuern. „Die Haltungsbedingungen und der Umgang mit den Tieren verstoßen nicht gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem waren die Versuche gesetzlich vorgeschrieben und zugelassen, und alles wurde korrekt überwacht.“
 
Tatsache ist aber, dass die Gesetzesvorschriften zur Prüfung der Unbedenklichkeit neuer Substanzen – von Arzneimitteln über Haushaltsprodukte bis hin zu neuen Chemikalien – überholt sind und völlig veraltete Tierversuche vorsehen, für deren Ersatz es längst viel bessere tierversuchsfreie Verfahren gibt. Zudem ist Tatsache, dass die Überwachung derartiger Labors völlig unzureichend geregelt ist. So ist noch nicht einmal sichergestellt, dass nur solches Personal die Affen betreuen darf, das gezielt für die besonderen Anforderungen an den respektvollen Umgang mit diesen hochintelligenten Tieren ausgebildet wurde. Und schließlich bleiben sogar offensichtliche Tierquälereien ohne Konsequenzen für die Täter.

Wir fordern: 
Alle Gesetze, in denen die Sicherheitsprüfungen neuer Substanzen geregelt sind, müssen sofort umgeschrieben werden. Anstelle veralteter Tierversuche müssen darin aussagekräftigere tierversuchsfreie Prüfstrategien verankert werden. 
Wir fordern: 
Solange Tierversuche durchgeführt werden, muss der Umgang mit den Versuchstieren angemessen überwacht werden. 
Wir fordern: 
Unzureichende Pflege und Behandlung von Versuchstieren muss mit harten Konsequenzen geahndet werden. 

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