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Pferde

 
 

Das Pferd (Equus caballus) wurde vor mehr als 5 000 Jahren vom Menschen domestiziert, zunächst in den Steppen Asiens. Ursprünglich wurde es wegen seines Fleisches, seiner Haut und wegen der Stutenmilch von Menschen gehalten. Doch vor etwa 3 500 Jahren begannen die Menschen, das Pferd auch als Reittier zu nutzen.
 
Pferde sind Herdentiere und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis, mit den Artgenossen ständig Sicht-, Hör-, Geruchs- und Körperkontakt zu haben. Pferde bilden naturgemäß so genannte Hengstfamilien. Diese bestehen aus dem Leithengst, mehreren Stuten sowie deren Fohlen und älteren Jungtieren. Unter den Stuten besteht eine Rangordnung. Während der Wanderungen treibt der Hengst die Herde, derweil eine ältere Stute als ranghöchste Leitstute die Herde anführt. Die Pferde benötigen ausgiebigen sozialen Kontakt zu Artgenossen (z.B. durch gegenseitige Fellpflege), um sich wohl zu fühlen. Die Herde bedeutet darüber hinaus für alle Mitglieder einen guten Schutz vor Feinden. Pferde sind ausgeprägte Fluchttiere. Sobald ein Pferd der Herde Gefahr wittert und flieht, galoppieren die anderen Herdenmitglieder sofort hinterher. Dieses Herden- und Fluchtverhalten gehört zu den lebensnotwendigen Verhaltensweisen aller Pferde.
 
Pferde können, im Gegensatz zum Menschen, auch Töne im Ultraschallbereich bis zu 33kHz wahrnehmen (Hörvermögen Mensch: 10 Hz bis 20 kHz). Durch die großen, seitlich am Kopf liegenden Augen hat das Pferd ein großes Gesichtsfeld von beinahe 360°. Somit ist es ihm möglich, eventuelle Feinde schnell zu erkennen und zu fliehen. Der tote Winkel im Gesichtsfeld von Pferden ist direkt vor der Nase und hinter dem Pferd. Da Pferde nicht sehen, was direkt vor ihrer Nase ist, ist der Tastsinn in ihren Lippen sehr ausgeprägt. Die beweglichen, empfindlichen Lippen erlauben es dem Pferd, sein Futter genau zu erfühlen und ungeeignete Gegenstände auszusortieren.
 
Pferde sind Pflanzenfresser, die täglich bis zu 18 Stunden mit Fressen verbringen. Typisch für das Fressverhalten ist, dass sich Pferde beim Grasen langsam, aber stetig vorwärts bewegen. Dieses Verhalten tritt unabhängig davon auf, ob eine Weide einen üppigen Graswuchs aufweist oder nur spärlich bewachsen ist. In der Natur ziehen die Herden langsam weiter und legen täglich etwa 20 km zurück. Da das Nahrungsangebot in der Natur nicht immer gleich ist, fressen sich Pferde im Sommer eine Fettschicht an, von der sie in den kargen Wintermonaten zehren müssen.
 
Ein Pferd kann nur dann artgerecht gehalten werden, wenn wir bereit sind, der angeborenen Lebensweise und dem artspezifischen Verhalten der Pferde auch in Menschenobhut ausreichend Rechnung zu tragen.
 
 
 
 
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Downloads
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