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Haustiere

Auswüchse im Spitzenreitsport: Doping, Barren, Blistern, Rollkur


Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat neun ethische Grundsätze des Pferdefreundes veröffentlicht.
 
Der dritte Grundsatz lautet:
Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist - unabhängig von seiner Nutzung - oberste Bedeutung einzuräumen.
 
Der achte Grundsatz lautet:
Die Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.
 
Was die Deutsche Reiterliche Vereinigung als Grundsatz darstellt, wird in deutschen Spitzenreitställen jüngsten Veröffentlichungen zufolge quasi vollständig missachtet.
 
Bei der Rollkur (Hyperflexion) wird der Kopf des Pferdes über einen längeren Zeitraum hinweg so tief nach unten gezogen, dass die Nüstern fast die Brust berühren. Das Pferd mit extrem aufgerolltem Hals lernt, dass es keine Chance hat, sich zu wehren - egal, ob die Übung zu schwierig ist, das Pferd aus der Balance kommt oder überanstrengt ist. Die Pferde sind körperlich und psychisch überfordert. Diese Ausbildungsmethode ist aus Tierschutzsicht absolut abzulehnen. (Spezielles zur Rollkur)
 
Während der Olympiade in Hongkong im Sommer 2008 wurden sechs Reiter des Dopings überführt. Mehrere Pferde wurden positiv auf die verbotene Substanz Capsaicin getestet. Die Anwendung von Capsaicin an den Vorderbeinen der Pferde macht diese schmerzempfindlicher und damit vorsichtiger beim Sprung über die Hindernisse.
 
Auch das Barren ist eine aus Sicht des Tierschutzes abzulehnende Ausbildungsmethode, die im Springsport angewendet wird. Bei dieser Methode wird entweder im Augenblick des Absprungs die zu überspringende Stange höher gelegt oder eine dünnere zweite Stange (meist aus Metall) wird zusätzlich über die erste Stange gelegt. Beim Überspringen werden durch das (provozierte) Anschlagen an die Stange Schmerzen ausgelöst. Das Pferd lernt daraus, dass es beim nächsten Mal, wenn es an einen Sprung herangeritten wird, vorsichtiger ist und die Beine noch höher zieht. Ähnliche Wirkungen haben das Anbringen von Kanthölzern und U-Eisen an Stangen sowie das Spannen von für das Pferd schwer erkennbaren Drähten. Der Lerneffekt der Tiere beruht auf das Zufügen von Schmerzen.
 
Bei dem im Pferdejargon als Blistern bezeichnete Methode wird die Haut des Pferdes am Kronrand über dem Huf mit einer Substanz eingerieben, die zu einer Entzündung führt. In Folge dieser aus Tierschutzsicht als Tierquälerei zu bezeichnenden Methode wird die eingeriebene Körperstelle schmerzempfindlicher. Ein Anschlagen der Beine an der Stange ist für das Pferd sehr schmerzhaft. Das Pferd ist also am Sprung besonders aufmerksam, um nicht das für es sehr schmerzhafte Anschlagen an der Stange zu riskieren.
 
Wie Insider berichten, sind die beschriebenen Methoden in Spitzenreitställen an der Tagesordnung.
 
Der Deutsche Tierschutzbund spricht von Tierquälerei und lehnt diese Ausbildungsmethoden strikt ab.

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