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Rodeo |
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In Deutschland finden jährlich etwa 20 Rodeo-Veranstaltungen in verschiedenen Disziplinen statt. Eine rechtliche Handhabe gegen Rodeoveranstaltungen gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur dann, wenn Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier im Einzelfall nachgewiesen werden können. §3 Nr. 6 des Tierschutzgesetzes verbietet, Tiere zu einer Schauveranstaltung heranzuziehen, wenn damit jegliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind. Außerdem unterliegen Rodeo-Veranstaltungen der Erlaubnispflicht gemäß §11 TschG.
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) hat 2005 ein Gutachten zur Beurteilung von Rodeoveranstaltungen erstellt, das im Jahr 2006 durch weitere Untersuchungen ergänzt wurde. Ergebnisse dieser Gutachten sind u.a. die Einstufung der Disziplinen Wild Horse Race oder Bullenreiten sowie der Einsatz von Sporen und Flankengurten als tierschutzwidrig. Einige Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) haben als Folge unterschiedliche Erlasse herausgegeben, die einzelne Disziplinen und Hilfsmittel beim Rodeo verbieten. Leider fehlt eine einheitliche Haltung aller Bundesländer, welche Auflagen Rodeoveranstaltungen in Deutschland künftig erfüllen müssen.
Beurteilung der bei Rodeos oftmals verwendeten Hilfsmittel aus Tierschutzsicht
Der Flankengurt wird vor allem bei den Disziplinen Bare Back Riding und Saddle Bronc Riding verwendet. Es handelt sich um einen Gurt, der im Flankenbereich angelegt wird und der beim Start stark angezogen wird. Im Flankenbereich haben die Pferde eine ausgeprägte sensible Hautoberfläche. Deswegen multipliziert das Anziehen des Gurtes das demonstrierte Abwehrverhalten um ein Vielfaches. In den meisten Fällen ist zu beobachten, dass die Pferde erst dann ihre Abwehrbewegungen einstellen, wenn der Flankengurt entfernt wurde und nicht schon in dem Moment, in dem der Reiter abgeworfen wurde. Aus Tierschutzsicht sollte der Einsatz des Flankengurtes generell verboten werden, da er Auslöser von Leiden und gegebenenfalls auch von Schmerzen ist.

Sporen werden bei Rodeos üblicherweise bei allen Disziplinen getragen und auch regelmäßig unkontrolliert eingesetzt. Die Sporen sollen zum einen dem Reiter bei Pferden mit starken Abwehrbewegungen helfen, sich auf dem Pferd zu halten, und zum anderen, Pferde, die starr in der Arena stehen bleiben, zu mehr Aufsehen erregender Bewegung bringen. Aus Tierschutzsicht ist es abzulehnen, die Sporen zum Vorwärtstreiben oder auf eine für das Pferd schmerzhafte Art und Weise zu benutzen. Da es unter den beim Rodeo vorherrschenden Bedingungen nicht möglich ist, Sporen gezielt und kontrolliert anzuwenden, und es deswegen voraussehbar ist, dass durch den Einsatz der Sporen Leiden und Schmerzen für das Pferd entstehen müssen, sollten Sporen bei Rodeo-Veranstaltungen generell verboten werden.
Bewertung der Rodeo-Disziplinen aus Tierschutzsicht
- Bare Back und Saddle Bronc Riding
Beim Bare Back Riding muss sich der Cowboy 8 Sekunden lang ohne Sattel auf einem bockenden Pferd halten; er darf sich hierbei nur mit einer Hand an einem Halteriemen festhalten. Beim Saddle Bronc Riding wird statt des Halteriemens ein Westernsattel verwendet und der Reiter hält einen Strick in einer Hand, der mit dem Halfter verbunden ist. Untersuchungen der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. haben ergeben, dass die Pferde bei allen überprüften Rodeo-Veranstaltungen in diesen Disziplinen Verhaltensauffälligkeiten zeigten. Entspannte Aufmerksamkeit oder gar Wohlbefinden konnte in keinem Fall festgestellt werden. Aus diesem Grund können diese beiden Disziplinen keinesfalls als tiergerecht betrachtet werden.

Beim Wild Horse Race treten mehrere Teams gegeneinander an. Jeweils 3 Cowboys versuchen innerhalb von 90 Sekunden, einem „Wildpferd“ einen Gurt aufzuschnallen und einen Reiter auf das Pferd zu setzen, der dann eine bestimmte Strecke zurücklegen muss. Den Pferden ist auch bei dieser Disziplin deutlich Stress anzumerken. Teilweise werden Fluchtversuche unternommen, bei denen die Pferde stürzen. Auch wurde schon beobachtet, dass Pferde so hoch steigen, dass sie sich rückwärts überschlagen.
Bei dieser Disziplin herrscht eine überproportional hohe Verletzungsgefahr für die Pferde, welche bewusst in Kauf genommen und durch die Auswahl der besonders „sensationellen“ Pferde, die viel steigen und sich wehren, auch noch gefördert wird. Diese vorsätzliche Gefährdung der Tiere ist nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar.

Hierbei versucht ein Cowboy zu Pferde, ein Kalb mit einem Lasso zu fangen. Es ist eine abgeschwächte Form des „Calf Roping“, da das Pferd abrupt stehen bleibt, wenn das Kalb gefangen wurde. Das Kalb läuft aber weiter und ein zwischen Sattel und Lasso angebrachter Bindfaden reißt ab, so dass es zu keiner Strangulation des Kalbes kommen kann. Auch wenn das Kalb der Gefahr eines Würgens durch den Strick entgeht, stellt die Gesamtsituation des Gefangenwerdens in der Arena, zusammen mit dem Zuschauerlärm, einen erheblichen Stress für das Tier dar. Kälber benötigen besonderen Schutz, da sie sich mitten in der körperlichen und psychischen Entwicklungsphase befinden. Eine Verwendung von Jungtieren für Shows kann nicht als tiergerecht betrachtet werden.
Beim Bullenreiten versucht der Cowboy, sich auf einem ausgewachsenen Bullen zu halten, dem ein Seil um die Brust gegurtet wurde. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist es ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, die natürlichen Abwehrbewegungen der Bullen allein für den Showeffekt zu provozieren und diese Disziplin sollte generell verboten werden.
Weitere Rodeodisziplinen:
- Steer Wrestling (Ringen mit dem Stier)
- Team Roping (ein Bulle wird von zwei Leuten vorne und hinten mit Lasso gefangen und gefesselt)
- Ribbon roping (ein Jungbulle wird mit dem Lasso gefangen. Vorher wird ihm eine an den Hörnern befestigte Schleife abgezogen).
- Steer und Horse tripping (größere Kälber und Pferde werden mit Lasso gefangen, zu Fall gebracht und durch Sand geschleift)
- Wild Cow Milking (Wettbewerb, in dem verschiedene Teams versuchen Kühe zu melken; das Team, das in einer bestimmten Zeit am meisten Milch zusammenbekommt, gewinnt.)
- Mutton bustin (Schafreiten für Kinder)
- Ferkelfangen (für Kinder)
Diese Disziplinen sollten aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes untersagt werden.
Schlussfolgerung
Generell ist in der heutigen Zeit der Kampf zwischen Mensch und Tier eine überholte Unterhaltungsbranche. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Veranstaltungen wie Stier-, Hunde- oder Hahnenkämpfe ab und Rodeoveranstaltungen sind in die gleiche Kategorie einzuordnen. Auch wenn die Pferde bei den Veranstaltungen nicht zu Tode kommen, geht es darum, Menschen auf Kosten von Leiden und Schmerzen von Tieren zu belustigen. Rodeo ist mit gutem Grund in Deutschland weder gesellschaftlich noch auf Verbandsebene als Sport anerkannt.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein generelles Verbot von Rodeo-Veranstaltungen. Als kurzfristiges Ziel setzt er sich aber auch dafür ein, dass zumindest die Disziplinen Wild Horse Race und Bullenreiten sowie der Einsatz von Flankengurt und Sporen bei Rodeo-Veranstaltungen bundesweit verboten werden.
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| Lebenskosten sind deutlich höher als die Anschaffungskosten.
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| Die Zucht von Heimtieren muss umfassend gesetzlich geregelt werden.
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| TierbörsenTierbörsen stellen eine unnötige Belastung für die Tiere dar und sind daher abzulehnen.
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| Der Deutsche Tierschutzbund hat an der Erstellung des Qualzuchtgutachtens mitgearbeitet.
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| Ab 1. Oktober 2004 gelten für Hunde und Katzen neue Reisebestimmungen.
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