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Spezielles zur Rollkur (Hyperflexion) |
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International sehr erfolgreiche Dressurreiter sowie deren Schüler und Nachahmer verwenden im Training und auch auf den Abreitplätzen eine umstrittene Methode – die so genannte Rollkur.
Rollkur (Hyperflexion): dabei wird der Kopf des Pferdes über längere Zeit hinweg so tief eingestellt, dass die Nüstern fast die Brust berühren (damit ist die Nasenlinie hinter der Senkrechten). Bei einer Tagung der FEI im Januar 2006 wurde entschieden, dass dieses Vorgehen nicht mehr als Rollkur, sondern als Hyperflexion (= Überdehnung des Halses) genannt wird. Unter Dressurreitern ist die Bezeichnung dieser Methode auch als "lang, tief und rund“ bekannt. Im Englischen ist daraus die Abkürzung "LDR“ (long, deep, round) geworden. Es ist aber unklar, woher das "lang“ kommen soll, denn der Hals des Pferdes ist aufgerollt und damit eng und kurz.
Die Problematik dieses Ausbildungselement aus Sicht des Tierschutzes: Ein Pferd, das mit extrem aufgerolltem Hals trainiert wird, lernt, dass es keine Chance hat, sich zu wehren und zwar egal, ob die Übung zu schwierig ist, das Pferd aus der Balance kommt oder das Pferd überanstrengt ist. Die Rollkur-Position wirkt wie ein Polizeigriff. Das Pferd kann sich nicht aus der Position befreien. Ein Pferd, das nicht in einer solchen Zwangsposition ist und sein Gleichgewicht verliert, würde sofort den Kopf nach oben nehmen und sich den Zügelhilfen entziehen. Passiert dies bei der Dressurprüfung gibt es Punktabzug.
Der Rücken bleibt durch die Überdehnung starr in der aufgewölbten Position. Die Muskulatur wird fest und verspannt. Die Halswirbelsäule wird überdehnt, die Sicht des Pferdes ist eingeschränkt.
Die Pferde stehen körperlich und psychisch unter enormer Anspannung. Gerade für das Fluchttier Pferd muss der heruntergezogene Kopf mit der damit verbundenen eingeschränkten Sichtmöglichkeit extrem belastend sein.
Chronologie der Diskussion:
- in den 60er und 70er Jahren war das tiefe Einstellen im Gespräch, v.a. bei den Springreitern, z.B. Schockemöhle, der sein Pferd mit Schlaufzügeln extrem tief einstellte. Diese Methode wurde häufig nachgeahmt.
- 1987 bis 1993 praktizierte v.a. Nicole Uphoff mit ihrem Pferd Rembrand diese Methode.
- Beim CHIO in Aachen 2004 und 2005 beschwerten sich Zuschauer über die Methoden, mit denen Martin Schaudt, Isabell Werth und Anky van Grunsven ihre Pferde auf dem Abreitplatz vorbereiten.
- Frühling 2005: der niederländische Trainer Janssen droht einer Internetbetreiberin mit einer Klage. Sie hat Fotos veröffentlicht, wie Anky van Grunsven und andere niederländische Dressurreiter auf dem Abreitplatz ihre Pferde vorbereiten.
- August 2005: die Zeitschrift "Reiten St. Georg“ kritisiert die holländischen Dressurreiter im ihrem Artikel "Dressur pervers“.
- 31. Januar 2006: Workshop der FEI zum Thema "Rollkur“ in Lausanne; Teilnehmer: 60 Fachleute aus Dressursport und Tiermedizin; Ergebnis: Umbenennung in Hyperflexion; kein wissenschaftlicher Nachweis, dass diese Ausbildungsmethode ein Missbrauch der Pferde darstellt. Einigkeit im Workshop: die Methode darf nur von erfahrenen Reitern angewendet werden und es besteht noch erheblicher wissenschaftlicher Forschungsbedarf.
Meinung FEI (Internationale reiterliche Vereinigung) und FN (deutsche reiterliche Vereinigung)
- FEI: Bei der FEI ist man der Ansicht, dass die Rollkur in Profi-Händen keinen Schaden anrichtet und deshalb als Trainingselement akzeptiert wird.
- FN: Die FN sieht die Methode kritischer und betont die Gültigkeit der klassischen Reitlehre. Auch hier ist man der Ansicht, dass man nichts tun könne, solange keine wissenschaftlichen Beweise für die Schädlichkeit der Methode vorliegen.
Die Akademie für Tierschutz lehnt die Rollkur als Ausbildungselement im Dressurreitsport ab.
Besonders Amateurreiter, für die die großen Reitsportler oft als Vorbilder gelten, können durch den Einsatz solcher Trainingsmethoden den Pferden erheblichen Schaden zufügen.
Auf allen Turnieren sollten die Zuschauer insbesondere einen kritischen Blick auf die Abreitplätze werfen. Abwehr- und Schmerzverhalten äußern sich unter anderem durch das Anlegen der Ohren, das Aufreißen des Mauls, Zähneknirschen oder Schweifschlagen. Wird dabei Tierschutzrelevantes entdeckt, wie z.B. das extreme Herunterziehen des Pferdekopfes wie bei der Rollkur, sollte der Zuschauer sich nicht scheuen, sofort vor Ort die Turnierleitung einzuschalten.
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| Lebenskosten sind deutlich höher als die Anschaffungskosten.
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| Die Zucht von Heimtieren muss umfassend gesetzlich geregelt werden.
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| TierbörsenTierbörsen stellen eine unnötige Belastung für die Tiere dar und sind daher abzulehnen.
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| Der Deutsche Tierschutzbund hat an der Erstellung des Qualzuchtgutachtens mitgearbeitet.
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| Ab 1. Oktober 2004 gelten für Hunde und Katzen neue Reisebestimmungen.
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