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Heimtierzucht

 
 


"Franz. Bulldogge"

Bei der Zucht von Heimtieren gibt es teilweise gravierende Missstände. Wo Zuchtziele durch Geltungssucht und das Streben nach zweifelhaften Schönheitsidealen oder Raritäten bestimmt sind, werden selbst schwerste Formen der Tierquälerei in Kauf genommen. Die grotesken Zuchtformen aus so genannten Liebhaberzuchten werden bei einschlägigen Tierschauen noch immer öffentlich präsentiert und ausgezeichnet. Durch die Zurschaustellung solcher Qualzuchten (werden viele Menschen zum Erwerb solcher Tiere angeleitet.
 
In vielen kommerziellen Heimtierzuchten werden Tiere meist im Überschuss gezüchtet. Tiere, die nicht den Erwartungen des Züchters entsprechen, werden im schlimmsten Fall gnadenlos ausgelesen und sinnlos getötet, obwohl dies einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt.
 
Hunde und Katzen, die für die Nachzucht besonders geeignet scheinen, werden von Hinterhofzüchtern oder Hundevermehrern als „Geburtsmaschinen“ zugrunde gerichtet. Zudem sind die Haltungsbedingungen oft derart schlecht, dass auch die Nachkommen akute Schäden und dauerhafte Verhaltensstörungen davontragen. Auch die Aggressionszucht von Hunden ist ein – zuletzt besonders heftig diskutiertes – Beispiel dafür, wie Tiere bestimmter Zuchtlinien gequält und missbraucht werden.
 
Nur über ein Heimtierschutzgesetz, wie es der Deutsche Tierschutzbund schon seit langem fordert, können die derzeit offensichtlich vorhandenen Gesetzeslücken geschlossen werden und die Zucht, die Haltung, der Import und der Handel mit Heimtieren wirksam reguliert werden.
 
Ein Heimtierschutzgesetz böte die Möglichkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen, während etwa das Qualzuchtgutachten, das ein Gutachtergremium im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erstellt hat, und die auf diesem Gutachten basierenden gerichtlichen Verfahren erst dann ansetzen, wenn bereits gezüchtet worden ist.
 
Darüber hinaus böte ein solches Gesetz die Möglichkeit, das Gebiet der Heimtierzucht als Ganzes zu regeln, wie es auch in der Nutztierzucht der Fall ist. Auch die Zuchtverbände könnten so besser eingebunden und dazu verpflichtet werden, ihre Rassestandards entsprechend anzupassen. Mit einem Heimtierschutzgesetz würden alle Züchter erfasst, also auch diejenigen, die nicht in einem Verband organisiert sind.
 
 
  Mehr zu diesem Thema:
Downloads
Eckpunktepapier zum Heimtier(zucht)gesetz
 
 

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